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Also, so halb, zumindest ist das mein Plan. War ich weg? Rein körperlich war ich hier anwesend. Geistig allerdings weniger. Ein bisschen verschollen zwischen Wäschebergen und schlaflosen Nächten.

In den letzten Wochen war es hier sehr ruhig, sowohl auf dem Blog als auch bei Facebook. Anfang Juli war ich an einem Punkt, wo ich dringend eine Pause und Urlaub brauchte. Und ich wollte mir eine “kurze” Auszeit nehmen. Daraus sind jetzt fast zwei Monate geworden. Das erste halbe Jahr habe ich hier nur durch gepowert. Wir haben den Dachboden renovieren lassen, dafür musste er natürlich leer sein. Dann haben wir den ganzen Keller aufgeräumt. Und ich meine den ganzen! Jeden Raum, jeden Karton, jedes Regal. Alles angefasst und auf verschiedene Stapel sortiert: kann weg, kann man noch auf Ebay Kleinanzeigen verkaufen, behalten wir. Das Büro von meinem Mann ist dann vom Keller in den Dachboden gezogen. Schließlich hatten wir den halben Keller leer geräumt, so dass das Lager in den Keller einziehen konnte. Bisher hatte ich einen Lagerraum hier ganz in der Nähe gemietet. Aber wenn der Zwerg schläft, kann man auch nicht für 100 Meter das Haus verlassen. Dementsprechend standen manche Kartons mit neuer Ware manchmal zwei Wochen, bevor ich zum Auspacken gekommen bin. Mal ganz davon abgesehen, dass der Kleine inzwischen so mobil und neugierig ist, dass ich ihn nicht eine Sekunde aus den Augen lassen kann. Das Problem ist aber: wenn man “nur” über 100 Meter umzieht, mietet man sich ja nicht extra einen Transporter. Das kann man ja auch so machen, mal nebenbei. Das “nebenbei” hat sich dann auch über 6 Wochen hingezogen. Wobei die Sache mit der Qualle da echt nicht hilfreich war und mich ziemlich aus dem Zeitplan geworfen hat. Die Nachmieter standen aber schon in den Startlöchern. Ohne meine Eltern hätte ich das nie geschafft.

Außerdem wollte ich ja unbedingt noch auf zwei Kunsthandwerkermärkten ausstellen, der Park&Garden in Stocksee und auf Gut Basthorst. Passte ja auch zum Umzug. Wenn ich sowieso schon alles transportieren muss, dann kann ich es ja zwischendurch auch nochmal auf einem Markt auspacken. In der Hoffnung, dass ich entsprechend weniger zurück tragen muss, weil es verkauft ist.

Cats On Appletrees

Und dann neige ich ja dazu, das Maximum aus meinem Leben herausholen zu wollen. Das heißt, ich habe vor zwei Jahren “nebenbei” (ja, ja, ich weiß,…) eine Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten angefangen. Die Prüfung war dann Anfang Juli und dafür durfte ich nochmal eben alle Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, Therapiemethoden usw. usf. von Hunden und von Pferden auswendig lernen (die sind natürlich auch nicht gleich). Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten und was liegt da näher als die Elternzeit für so ein Projekt zu nutzen?! Jeden anderen würde ich für so viel Naivität milde belächeln…

Naja, letztlich funktioniert die Sache mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch mit einer Selbstständigkeit nicht besonders gut. Ich höre mich noch: ich kann meine Arbeitszeit ja frei einteilen. Ja, ja, das ist in der Theorie zwar richtig. Aber wenn man drei Mal, ach was fünf Mal am Tag Spielzeug irgendwo einsammelt; ein Kleinkind hat, das permanent versucht, irgendwelche Dinge zu verschlucken; ein großes Kind, das Ferien hat; einen Mann, einen Hund und ein Haus mit Garten – dann bleibt keine Zeit mehr, die ich mir frei einteilen kann. Wenn mir dann jemand – und meistens sind das auch meine Eltern – ein bisschen Freizeit verschafft, dann gehe ich mal alleine duschen. Ohne beide Ohren ständig Richtung Kinderzimmer zu spitzen, ob das Kind schon wieder wach ist.

So kam es also, dass bei mir ein bisschen die Luft raus war und ich beschlossen habe, dass ich den Sommer, meine Elternzeit und meine Familie jetzt mal genießen möchte. Ich möchte einfach eine schöne Zeit haben, der Garten bleibt Garten und der Haushalt bleibt Haushalt. Stattdessen fahren wir einfach mal an den Strand oder ins Schwimmbad oder besuchen Freunde. Fertig. Reicht.

Der Sommer (welcher Sommer?!) neigt sich nun langsam dem Ende, meine Elternzeit auch und gedanklich stecke ich schon mitten in der Planung für die Herbst- und Weihnachtszeit. Dementsprechend geht es hier nun auch wieder los. Ein bisschen. Hoffentlich. 🙂