Afterbabybody

Kennt ihr das? Ihr geht zufällig an einem Spiegel vorbei und denkt: Huch, wer ist das denn?! Und im nächsten Moment stellt ihr fest: Oh, das bin ja ich.

Seit der Schwangerschaft mit Kind Nummer 2 geht mir das ständig so. Mein Körper ist mir fremd geworden und ich erkenne mich selbst erst auf den zweiten Blick. Mein inneres Ich sagt, ich bin Mitte/Ende Zwanzig, wiege 56 kg und gehe gern joggen oder zum Yoga. Ich schlafe ausreichend viel und bin immer gut gekleidet.

Der Blick in den Spiegel zeigt mir aber einen Afterbabybody (es gibt ja jetzt für alles einen Begriff…), der dank verrutschter Symphyse nicht einmal joggen kann. Plötzlich bin ich Mitte Dreißig und sehe auch so aus. Zumindest geschminkt. Ohne Make-up schau nicht mal ich mich im Spiegel an. Mein Körper ist zur Milchbar mutiert, mit Körbchengröße D statt B und gern auch einmal mit Milchflecken oder Babykotze auf dem T-Shirt. Meine Brüste gehören sowieso nicht zu mir, sondern mehr zu meinem Kind. Auf das hören sie eh viel besser.

Mit einem dauerhungrigen Kind, das nach wie vor alle 90 Minuten gefüttert werden möchte, habe ich auch schon überall gestillt: im Auto, bei Freunden, bei Toys’R’us, in Cafés, auf Weihnachtsmärkten usw. Und dabei vergesse ich gern, dass die Milchbar ja zu mir gehört. Denn gefühlt ist sie nur ein Utensil, mit dem ich mein Kind versorge, aber nichts was wirklich an meinem Körper dran ist.

Diese Diskrepanz zwischen meinem inneren und meinem äußeren Ich führt auch regelmäßig dazu, dass ich mir Kleidungsstücke aus dem Schrank nehme und dann feststelle, dass ich nicht ansatzweise hineinpasse. Gezwungenermaßen wollte ich mir nun ein paar neue Hosen und T-Shirts kaufen. Bei manchen Sachen habe ich mich allerdings um zwei Kleidergrößen verschätzt gehabt und sie dann schon aus Prinzip nicht gekauft. So!

Mein inneres und mein äußeres Ich streiten sich also noch, wer Recht hat und ich fürchte, das wird auch noch eine Weile so bleiben.

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