David Fussenegger Juwel

Gestern war Equal-Care-Day, also der Tag der gleichberechtigten Pflege und Familienarbeit. Genau genommen fällt der Equal-Care-Day auf den 29. Februar und findet damit nur alle 4 Jahre statt, wenn wir ein Schaltjahr haben. Damit soll symbolisiert werden, dass sich in der Theorie Mütter und Väter zwar gleichberechtigt um die Kinder und den Haushalt kümmern, in der Realität sieht es aber so aus, dass die Mütter 4x mehr leisten als die Väter – rein statistisch, ohne Wertung der Hintergründe.

In einer Studie in den USA wurde untersucht, welchen Einfluss ein Kind auf das Schlafverhalten von Männern und Frauen hat, wenn sie Eltern werden. Für die frisch gebackenen Mütter ist das alte Leben vorbei, sie bleiben meist die ersten Monate oder Jahre in Elternzeit und gehen danach oftmals nur noch in Teilzeit arbeiten. Aus wilden Parties, Sonntagen in Cafés oder Fitnessstudios werden Krabbelgruppen, PEKIP und Babyschwimmen. Und durchgeschlafene Nächte gehören von nun an der Vergangenheit hat. Konkret fühlen sich laut der Studie Frauen unter 45 Jahren, die mit Kindern in einem Haushalt leben, an 14 Tagen im Monat sehr müde. Und ich vermute mal an den anderen 16 bis 17 Tagen nur normal müde. Jede zweite dieser Frauen schläft regelmäßig weniger als 7 Stunden und die auch nicht am Stück.

Und dann schaut diese Studie darauf, was sich bei den frisch gebackenen Vätern geändert hat. Erst einmal wenig bis nichts. Am deutlichsten wird dieser Unterschied zwischen Müttern und Vätern beim Schlafverhalten. “Wir haben bei Männern dieselben Daten erhoben und analysiert wie bei den Frauen –  es ließen sich keinerlei Auswirkungen der Kinder auf das Schlafverhalten der Väter feststellen.”, so die Studienleiterin Kelly Sullivan von der Georgia Southern University in Statesboro. Meistens sind es die Mütter, die nachts aufstehen und sich um das Kind kümmern. Am Anfang weil sie stillen, ja sowieso den ganzen Tag zu Hause sind und sich ausruhen können (*Ironie off*), während die Väter arbeiten gehen müssen. Später ist es eine Mischung aus Gewohnheit und der Tatsache, dass Väter ihre Kinder nicht so gut hören können wie Mütter. Das ist wirklich so. Eine andere Studie hat festgestellt, dass Mütter ihre Kinder viel eher hören können, auch im Tiefschlaf, als Väter. Da wird das Geräusch noch eine Weile länger vom Gehirn herausgefiltert und ignoriert.

Zum Glück ist Deutschland nicht die USA und rein gefühlt würde ich behaupten, dass sich unsere Männer schon mehr um ihren Nachwuchs kümmern als in der Studie beschrieben. Bei uns zu Hause haben wir uns die Wachphasen der Kinder gut eingeteilt. Ich bin eine Eule und gern ein Langschläfer, ich kann also gern bis in die Nacht wach bleiben, brauche dafür aber früh mehr Zeit im Bett. Mein Freund ist ein Frühaufsteher, er übernimmt dann die Kinder ab 6 Uhr und gibt mir dann meinen Kaffee intravenös.

Trotzdem besteht auch bei uns noch mehr Bedarf für Gleichberechtigung in der Care-Arbeit – wie es so schön auf neudeutsch heißt. Vielleicht kann der eine oder andere Vater ja von sich aus auch mal freiwillig nachts aufstehen oder seine Frau am Wochenende zur Massage schicken und derweil die Kinder hüten. Mann muss ja nicht immer warten, bis man darum gebeten wird. *WinkmitdemZaun* 🙂

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