Wir sind regelrecht umzingelt, so viele in der Familie, im Büro oder im Kindergarten sind momentan krank. Erkältung, Magen-Darm, Noro-Virus, die Liste der Ansteckungsgefahren ist lang. Also stärken wir vorsorglich so gut wir können schon einmal unser Immunsystem. Dazu gibt es viele Hausmittelchen, die wir schon als Kinder ausprobieren durften. Weit bekannt und getestet ist die Wirkung von Ingwertee gern gesüßt mit Honig oder heißem Zitronensaft. Denn inzwischen ist wissenschaftlich erwiesen, dass Vitamin C ein wahres Wundermittel für unser Immunsystem und unseren gesamten Körper ist. Es hilft also alles, wo viel Vitamin C enthalten ist.

Ganz neu (wieder)entdeckt wurde das Heilkraut Cistus Incanus, zu deutsch die Zistrose. Schon die alten Griechen kannten dieses Kraut vor tausenden von Jahren und verwendeten es zur Pflege von Körper, Geist und Seele. Um diese unscheinbare Pflanze rankt sich sogar ein Mythos. Als die Götter beratschlagten, welche Pflanzen Heilkräfte besitzen dürfen, waren sich die Götter nicht einig. Die Göttinnen wollten die Blüten zur Schönheitspflege verwenden, während die Götter es zur Pflege von Wunden und Verletzungen mit in den Krieg nehmen wollten. Schließlich durfte die Zistrose beides. Und so weiß man heute, dass Cistus Incanus vor vorzeitiger Hautalterung schützt, den Körper von Schwermetallen entgiftet, bei Neurodermitis hilft und eben einen sehr hohen Gehalt an Vitamin C besitzt.

Vitamin C oder Ascorbinsäure ist das wichtigste Antioxidans, das wir unserem Körper zuführen müssen. Zum Glück kann Vitamin C nicht überdosiert werden, sondern der Körper scheidet einfach aus, was er nicht braucht. Die positive Wirkung diese Vitamins auf das menschliche Immunsystem wurde ausreichend getestet. So dass wir während der Winterzeit ruhig ein bisschen mehr davon essen und trinken können.

Empfehlenswert sind 2-3 Tassen Cistus Incanus Tee pro Tag. Am Liebsten brühe ich ihn auch jedes Mal frisch auf, da er irgendwann bitter schmeckt, wenn er zu lange steht (das tut der Wirkung aber keinen Abbruch). Da Kinder Kräutertee oftmals nicht so gern mögen, könnt ihr ja mit ein bisschen Honig süßen.

Unser Testversuch läuft seit Ende Oktober und toi toi toi, bisher sind wir alle mehr oder weniger verschont geblieben (einzig meinen Mann hat es dahin gerafft, der trinkt aber auch keinen Tee…).

Noch ein kleiner Hinweis: ich bin natürlich kein Arzt, sondern berichte euch nach bestem Wissen und Gewissen von meinen Erfahrungen. Bei irgendwelchen Erkrankungen sollten ihr sicherheitshalber immer einen Arzt aufsuchen.

Wenn ihr mehr zu den Studien wissen wollt, dann geht es hier entlang.

In diesem Sinne kommt gut und gesund durch die Winterzeit.

Liebe Grüße, Daniela

Helikoptern ist inzwischen verpönt, die Kinder vom Ballett zum Turnen, dann zum Vorschulenglischunterricht schleppen und Geige oder Klavier sollen sie bitte auch noch spielen – da sind sich die meisten Eltern einig, dass das zu viel ist. Und zumindest in den sozialen Medien werden die Stimmen immer lauter, die Kinder sollen doch bitte wieder Kinder sein dürfen. Spielen, Toben und sich auch mal dreckig machen.

Dafür gibt es – zumindest in unserem Umfeld – einen neuen Trend: Vorschularbeit. Der Kindergarten wird danach bewertet und ausgewählt, wo die Kinder am Besten auf die Schule vorbereitet werden. Zu Geburtstagen und zu Weihnachten werden sich Vorschulspiele und Vorschulbücher gewünscht – denn die Dinger sind auch ganz schön teuer. Zur optimalen Vorbereitung auf den Ernst des Lebens gehören nicht nur Konzentrations- und Schreibübungen, sondern auch stillsitzen und ruhig sein. Echt jetzt?! Reicht es nicht, dass die Kinder für die nächsten 10 bis 60 Jahre (wenn man das Berufsleben mit einbezieht) still sitzen müssen? Nein, da fangen wir am Besten gleich schon im Kindergarten damit an. Und die Eltern finden es toll und üben auch noch zu Hause. Dabei gibt es inzwischen genügend Studien, die belegen, dass Bewegung die Aufnahmefähigkeit und das Konzentrationsvermögen fördert – und das auch direkt im Unterricht.

Und habt ihr euch mal diese Vorschulbücher angeschaut. Ich finde die Übungen für 5- und 6-jährige Kinder ganz schön kompliziert. Da sind Spiele dabei, wo die Kinder ein Wort markieren sollen, das mit einem bestimmten Buchstaben anfängt usw. Derartig abstrakte Vorstellungskraft würde ich frühestens ab Ende der ersten Klasse erwarten. Aber das Buch für 5-Jährige!

Die Folge ist ein regelrechtes Wettrüsten unter den Eltern. Letztes Jahr haben Freunde von uns stolz verkündet, dass ihre 4-jährige Tochter schon ihren Namen schreiben kann. Na und?! Heimlich wird zu Hause geübt und fleißig Vorschulhefte durchgearbeitet. Im “Optimalfall” kann das Kind schon schreiben und lesen, BEVOR es in die Schule kommt. Ich habe schon 6-jährige Kinder gesehen, die fließend ihnen unbekannte Kinderbücher vorgelesen haben. Das haben sie sich angeblich alles allein beigebracht. Wer’s glaubt…

Doch wie geht es diesen Kindern in der Schule? Ich kann mir gut vorstellen, dass sie sich die ersten beiden Schuljahre langweilen, denn der Lehrer hat kaum etwas Neues auf dem Lehrplan, das er ihnen beibringen kann. Und dann verknüpfen sie mit Schule gähnende Langeweile und im schlechtesten Fall schalten sie völlig ab, auch in den Jahren danach.

Auf der anderen Seite steht die Befürchtung, dass das eigene Kind in der Schule abgehängt wird, weil alle anderen schon lesen und schreiben können. Der entsprechende Schaden für das Selbstbewusstsein wäre vorprogrammiert und auch diese Kinder hätten keinen Spaß an der Schule.

Aus meiner Sicht ist es Zeit, dass das Schulsystem grundlegend überarbeitet wird. Das Unterrichten in Fächern und nach landesweiten Lehrplänen ist überholt, Schule beginnt oftmals zu früh und lässt den Kindern neben Hausaufgaben und Lernen gar keine Freizeit mehr. Manchmal habe ich das Gefühl, dass Kinder nur zu fleißigen Arbeiterbienchen herausgezüchtet werden sollen. Bloß nicht zu viel denken und zu viele Fragen stellen, schön im Gleichschritt marschieren und konsumieren, was uns die Werbung vorgibt.

Aber ich möchte, dass meine Kinder selbstbewusst und entsprechend ihrer Interessen und Begabungen gefördert werden. Nicht jeder kann ein Mathe- und Physik-Ass sein und gleichzeitig 3 Sprachen sprechen. Stattdessen sollen sie lernen, in Zusammenhängen zu denken, über den Tellerrand zu schauen und sich Inhalte selbst erarbeiten können. Und vor allem sollen sie Spaß daran haben und die Erfahrung machen, dass sie alles lernen und begreifen können, wenn sie nur wollen. Vor einiger Zeit habe ich ein Gespräch mit meiner Tochter darüber geführt, ob sie noch weiter zum Tanzen gehen möchte. Eigentlich ist es ihr nach dem Kindergarten zu anstrengend, aber sie hat Angst, dass sie sonst nie tanzen lernen kann, wenn sie jetzt nicht weiter macht. Als ich ihr gesagt habe, dass sie auch noch Tanzen lernen kann, wenn sie so alt ist wie ich, hat sie mich ungläubig aus großen Augen angeschaut. Das finde ich sehr traurig, der Mut am Lernen und etwas Neues auszuprobieren ist ihr jetzt schon genommen worden. Daran werden wir noch arbeiten, aber nicht am Vorschulwissen!

Alkohol in der Schwangerschaft? – Ein Appell

So bald frau schwanger ist, wird sie von allen Seiten mit gut gemeinten Ratschlägen bedacht. Und jeder, aber auch jeder hat eine eigene Meinung zu diversen Themen. Dazu gehört auch die Frage: Alkohol in der Schwangerschaft und wenn ja, wie viel. Für mich stellt sich diese Frage gar nicht bzw. bekommt ein definitives NEIN! Nicht ein Schluck, auch kein kleiner. Doch ich war einigermaßen überrascht, wie viele aus dem Familien- und Freundeskreis eine sagen wir eher tolerante Einstellung zu dem Thema haben. Überraschend oft bekam ich tatsächlich Alkohol angeboten von Leuten und Bekannten, die wussten, dass ich schwanger bin. Da war die Freundin, die meinte, so eine Weinschorle im Sommer sei schon nicht so schlimm. Oder die Familienfeiern, bei der man mir in regelmäßigen Abständen ein halbes Gläschen Sekt anbot. Das hat schließlich noch keinem geschadet und die Kinder sind trotzdem groß geworden.

Mal ganz abgesehen davon, dass ich diese Pauschalargumente der Kinder, die es schließlich überlebt haben, nicht leiden kann. Denn schließlich weiß man ja nie, was aus den Kindern geworden wäre, wenn die Eltern auf Alkohol verzichtet hätten. Vielleicht wären sie Nobelpreisträger oder wenigstens Professor an einer Universität. Nur, weil sie selbstständig ihr Leben meistern und eine abgeschlossene Berufsausbildung haben, heißt das ja nicht, dass der Alkohol ihnen nicht geschadet hätte…

Zum Glück ist die Medizin heute ein gutes Stück weiter und man weiß, dass jeder Tropfen Alkohol in der Schwangerschaft schädlich sein kann. In ausgeprägten Fällen spricht man vom Fetalen Alkoholsyndrom (FAS), wobei es wohl etliche leichte Fälle gibt, bei denen es nie diagnostiziert wurde.

Das fetale Alkoholsyndrom

Je nachdem zu welchem Zeitpunkt der Schwangerschaft der Alkohol getrunken wird, können die Schädigungen von Organschäden bis zu kognitiven und verhaltensbezogenen Störungen führen. Im schlimmsten Fall (je nach Betrachtungsweise) führen die Schäden an den Organen schon während der Schwangerschaft oder kurz nach der Geburt des Kindes zum Tod. Die körperlichen Merkmale reichen von Minderwuchs, Untergewicht, mangelnder Muskelentwicklung bis zu Sprech- und Hörstörungen, Herzfehlern und Wirbelsäulenverkrümmungen. Darüber hinaus gibt es eine Reihe von Entwicklungsverzögerungen und Verhaltensstörungen. Diese können in Form von Lern- und Konzentrationsschwierigkeiten auftreten, Hyperaktivität, Epilepsie oder Aggressivität. Die Liste ist endlos lang…

Erschreckend finde ich, dass FAS die häufigste Ursache von geistigen Behinderungen darstellt und zwar doppelt so häufig wie das Down-Syndrom. Wie viele Mütter rennen in der Schwangerschaft von einer teuren Zusatzuntersuchung (wie Nackenfaltenmessung etc.) zur nächsten, um ja kein behindertes Kind zur Welt zu bringen. Und gleichzeitig können sie nicht auf das Glas Wein am Abend verzichten. FAS ist eine Krankheit, die einzig und allein von der Mutter verursacht wird. Und nur weil nicht jedes Glas Wein, Schäden beim Kind verursacht, nehmen fast 2/3 aller Frauen das Risiko in Kauf (laut einer Studie der Charité aus dem Jahr 2007).

Das Ergebnis ist, dass 0,6% aller Kinder mit Alkoholschäden zur Welt kommen – und das sind nur die offensichtlichen, die diagnostiziert werden. In der Dunkelziffer kann man wahrscheinlich von jedem 100. Kind sprechen. Diese Zahlen muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen. Jeder einzelne Fall wäre komplett zu vermeiden gewesen. Ganz einfach so, ohne aufwendige Medizin. Nur dadurch, dass die Mutter sich nicht von irgendwelchen gesellschaftlichen Zwängen mitreißen lässt und mehr Willensstärke bewiesen hätte.

Mein Appell an euch

Wenn ihr schwanger seid oder eine werdende Mutter im Familien- und Freundeskreis habt, dann passt ein bisschen auf euch und auf sie auf, gebt ihr die richtigen schlauen Ratschläge und vor allem, bietet ihr kein Gläschen in Ehren an. Seid stark und lasst euch nicht überreden. In der Schwangerschaft gilt absolutes, 100%-iges Alkoholverbot.

Und vielleicht könnt ihr andere ja auch überreden mit zu machen. Mein Mann zum Beispiel ist so nett und verzichtet bei uns zu Hause auf alkoholische Getränke so lange wie ich nichts trinken darf. Das macht es um einiges einfacher, wenn mir Sonntagabend niemand mit einem schönen Glas Rotwein gegenüber sitzt. 😀

Wer mehr zu dem Thema FAS wissen möchte, kann sich übrigens sehr gut und umfangreich auf Wikipedia informieren.

Für kühle Tage: der Poncho für Kinder

So langsam hält der Herbst bei uns hier im Norden Einzug und vor allem früh am Morgen ist es schon empfindlich kühl. Und mit dem Herbst kommt das beliebte Mütter-Mantra wieder: Kind, zieh bitte deine Jacke an. Du musst deine Jacke anziehen. Ohne Jacke gehst du nicht raus! Ich sag, es jetzt zum letzten Mal…

Kennt ihr das auch?! Jeden Morgen dieselbe Diskussion. Ob sie nicht vielleicht auch ohne Jacke, nur bis zum Auto. Die Gründe sind auch jeden Morgen dieselben: die Jacke ist zu eng, sie kneift an den Armen, das Kind kann sich nicht richtig bewegen…

Also hab ich mir einen Plan B überlegt. Und was liegt da näher als ein Poncho für Kinder. Ponchos sind die Trendaccessoires des Winters schlechthin, nicht nur für uns Mütter, sondern auch für unsere Kleinen. Sie sind leicht an- und auszuziehen, sehen schick aus und vor allem wärmen sie an den wichtigen Stellen Brust, Hals und Armen. Ich habe unseren Poncho aus der schicken Lana Grossa Olympia gehäkelt und gestrickt.

Da gibt es so viele verschiedene Farben, dass jedes kleine und große Mädchen eine für sich findet. Und durch die einzigartigen Farbverläufe und Farbkombinationen kann der Poncho zu vielen Sachen kombiniert werden. Aber ihr könnt auch jede andere Wolle mit einer Nadelstärke von 8 bis 10 verwenden.

Zur Anleitung

Für den Kinderponcho (für ein 4-5 jähriges Mädchen, ca. Größe 110-116) beginnt ihr am Hals und schlagt 51 Luftmaschen mit Häkelnadel Nr. 8 an und schließt sie mit einer Kettmasche zum Kreis. In der ersten Runde häkelt ihr eine Luftmasche und dann in jede Luftmasche eine feste Masche. Zum Schließen der Runde wieder eine Kettmasche in die erste feste Masche (nicht in die Luftmasche) häkeln. In der zweiten Runde arbeitet ihr mit Überkreuzstäbchen. Ihr beginnt die Runde mit zwei Luftmaschen, auf die ein Stäbchen in die übernächste feste Masche der Vorrunde folgt. Das nächste Stäbchen setzt ihr in den freien Zwischenraum, so dass die beiden Stäbchen sich überkreuzen. Auf diese Art und Weise beendet ihr die Runde. Von nun an wechseln sich Runden aus festen Maschen und überkreuzten Stäbchen immer ab, bis ihr die gewünschte Höhe des Kragens erreicht habt.

Lana Grossa Olympia Poncho

Hat der Schal die ausreichende Höhe wechselt ihr auf eine Rundstricknadel in Stärke 12 und strickt aus jeder gehäkelten Masche der vorherige Runde eine Masche, also insgesamt 51 Maschen. In den folgenden Runden wechseln sich eine rechte und eine linke Masche immer ab. Durch die ungerade Maschenanzahl sollten rechte und linke Maschen immer übereinander versetzt erscheinen, so dass das Muster einem Patent ähnelt. Auf diese Art und Weise wird weiter gestrickt, bis der Poncho weit genug über die Schultern und Arme reicht. Wenn ihr ihn nicht zu lang strickt, dann kann er im Winter auch noch unter der Jacke getragen werden – hoffe ich zumindest 🙂

Meine kleine Prinzessin ist jedenfalls begeistert und endlich bereit, sich warm anzuziehen. Ich hoffe, es klappt bei euch auch. Und für alle, die nicht selbst stricken und häkeln wollen, könnt ihr natürlich auch ein Exemplar bei mir bestellen. 🙂

In diesem Sommer haben wir Urlaub auf dem Schulbauernhof in Helle gemacht. Prädikat: sehr schön und empfehlenswert! Die Kinder haben viel gelernt und durften überall mitmachen: beim Schweine füttern, Ställe ausmisten oder Eier einsammeln. Und die Umgebung von Eckernförde ist auch sehr schön zwischen Ostsee und Schlei und lädt zu vielen Ausflügen ein.

Doch darum soll es in diesem Blogpost nicht gehen. Zusammen mit uns haben dort noch weitere Familien Urlaub gemacht. Unter anderem eine junge Mutter mit zwei kleinen Kindern, einem fast 4-jährigen Mädchen und einem 2-jährigen Jungen. Da die Eltern gerade in Trennung leben, war der Vater nicht mit dabei. Die Kinder waren gelinde gesagt anstrengend und haben in einer Tour ihre Umwelt, aber vor allem ihre Mutter terrorisiert. Wegen jeder Kleinigkeit fingen sie an zu schreien, sie beschimpften ihre Mutter und vor allem die Große wurde auch regelrecht gewalttätig gegen andere Kinder. Kratzen, Beißen, Haare ausreißen – das volle Programm.

In der schwierigen Situation der Trennung war das Verhalten der Kinder sicherlich irgendwie nachvollziehbar. Am bemerkenswertesten fand ich aber das Verhalten der Mutter: sie war die Ruhe in Person!! Sie wurde nie laut, es gab nie wirklich ernsthafte Konsequenzen für die Kinder. Egal, was sie gemacht haben, sie wurden immer auf den Schoß genommen und in einer Engelsgeduld wurde ihnen erklärt, warum dieses oder jenes Verhalten nicht in Ordnung war. Die junge Mutter, die sich gerade von ihrem Mann getrennt hatte, der aber immer noch in der gemeinsamen Wohnung wohnte, der sich weder um die Kinder geschweige denn um den Unterhalt gekümmert hat, versuchte nun mit Liebe und Verständnis zwei Elternteile zu ersetzen und hat sich vollständig für ihre Kinder aufgeopfert.

Und während ich mehr oder weniger auf ihren Zusammenbruch gewartet habe, ging mir eine Frage nicht aus dem Kopf. Ihre Stärke und Geduld ist bewundernswert und nobel, aber ist ihr Verhalten auch richtig?! Sicherlich brauchen die Kinder in dieser schwierigen Familiensituation jemanden, der ihnen unvoreingenommen Liebe und Verständnis entgegen bringt. Aber auch jede Mutter so wie jeder Erwachsene hat irgendwo seine Grenzen. Und bei aller Stärke dieser junger Frau hatte ich immer das Gefühl, dass der Burnout vorprogrammiert ist. Sie ist selbst im Urlaub jeden Tag über ihre Grenzen hinaus gegangen, in jeder Hinsicht, emotional und körperlich. Ich möchte mir nicht den Alltag dieser kleinen Familie mit Vollzeitjob und Kindergartenstress vorstellen…

Auf lange Sicht hilft es den Kindern bestimmt nicht, wenn sie eines Tages aus heiterem Himmel zusammenbricht und dann auch nicht mehr für ihre Kinder sorgen kann. Auch für Mütter ist es wichtig, mit ihren Kräften hauszuhalten und ihre Grenzen deutlich zu machen. D.h. für mich ist es völlig legitim, auch von meinen Kindern Pausen für mich einzufordern. Einfach mal ruhig und klar verständlich zu machen, dass ICH jetzt eine Auszeit brauche, einen Moment für mich, wo ich meinen Akku wieder aufladen kann.

Das halte ich auch auf lange Sicht für sehr sinnvoll. Denn was ist denn die unterschwellige Botschaft an die Kinder: dass man sich immer für andere aufopfern muss?!, dass die eigenen Grenzen und Bedürfnisse nichts wert sind?!, dass jeder andere mit einem machen und umgehen kann wie er möchte?!, oder dass es völlig in Ordnung ist, von anderen alles abzuverlangen und sie zu schikanieren?!

Beide Tendenzen sind fragwürdig. Für meine Kinder wünsche ich mir, dass sie selbstbewusste Menschen werden. Und das meine ich im wortwörtlichen Sinne: sie sollen sich ihrer Selbst bewusst sein, ihrer Qualitäten und Stärken, aber auch ihrer Grenzen und Schwächen. Sie sollen sich von niemandem auf der Welt alles gefallen lassen, von keinem Partner, Chef oder sonstwem und sie sollen in der Lage sein, sich selbst zu pflegen und um Hilfe zu bitten, wenn es nötig ist.

Aber wenn wir unseren Kindern das nicht vorleben, von wem sollen sie es dann lernen? Selbstachtung und Selbstbewusstsein sind kaum Eigenschaften, die man als Erwachsener sich selbst beibringen kann. Also ist es wichtig, bei aller Liebe und den schwierigen Umständen, dass wir es unseren Kindern zeigen. Auch wenn das bedeutet, dass sie selbst einmal zurückstecken müssen.

Das ist zumindest meine Meinung. Wie seht ihr das? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht, selbst oder im Freundeskreis?

Es ist endlich Sommer und nicht nur wir genießen die Sonne und die frische Luft, auch die Natur zeigt sich in ihrer ganzen Pracht. Wer einen eigenen Garten oder Balkon hat, kann nun auch die Früchte seiner Arbeit der letzten Wochen und Monate ernten. Tomaten, Zucchinis, Gurken, Kürbis, Kartoffeln, Pflaumen, Äpfel –  all das ist nun reif und möchte geerntet werden. Für die Kinder ist es ein Riesenspaß einfach von der Hand in Mund frisches Obst und Gemüse zu naschen (Vorsicht vor Wespen!). Und ich finde, dass Obst und Gemüse, das wir selbst gesät und aufgezogen haben, viel besser schmeckt als gekauftes. Vor allem weiß ich, dass es nicht gespritzt oder irgendwie anders behandelt wurde, sondern wirklich bio und naturbelassen ist.

gemuese-fermentieren

Ein kleiner Tipp für all diejenigen, die keinen Garten oder Balkon haben: schaut doch mal auf der Seite www.mundraub.org vorbei. Dort sind wilde Pflanzen und Bäume auf einer Deutschlandkarte eingezeichnet, von denen jeder ernten und naschen darf, weil sie niemandem gehören. Aber bitte beachtet dabei die Mundräuberregeln und lasst auch noch etwas für andere da bzw. beschädigt die Bäume nicht so sehr, dass sie keine Früchte mehr tragen können. Wer in der Nähe von Lübeck wohnt, für den gibt es im Wald von Sereetz auch noch einen ganz besonderen Schatz: dort hatte früher Deutschlands größte Apfelbaumsämerei ihre Anlage und es stehen mitten im Wald ganz versteckt mehr als 60 alte Apfelbaumsorten mit wirklich leckeren Äpfeln, die es heute gar nicht mehr zu kaufen gibt. Wer Hilfe braucht, um diese einzigartige Streuobstwiese zu finden, der kann sich gern bei mir melden 🙂

apfel-obst-kinder

Doch wohin nun mit all dem Überfluss?! Manche Sachen lassen sich ja nicht besonders lange lagern und beim Einfrieren oder Einkochen gehen ein Großteil der Vitamine und Nährstoffe verloren. Eine längst vergessene Möglichkeit, vor allem Gemüse haltbar zu machen, ist das Fermentieren. Im Ansatz kennen wir das noch vom Sauerkraut, doch das Sauerkraut aus dem Supermarkt hat kaum noch etwas mit dem ursprünglich sauer eingelegten Kohl in Steintöpfen zu tun. Es wurde erhitzt und behandelt und hat nahezu all seine gesunden Eigenschaften verloren.

Unter Fermentation versteht man einen Prozess, bei dem das Gemüse durch Salz, Wasser, Pilze und Bakterien so verändert wird, dass es zum einen haltbar wird und zum anderen weitere Nährstoffe entwickelt, die besonders unsere Verdauung anregen. (Wer einmal zu viel frisches Sauerkraut gegessen hat, weiß, was ich meine…) Weitere bekannte fermentierte Lebensmittel sind Wein, Sauerteigbrot oder Joghurt. In Zeiten als es noch keine Kühl- und Gefrierschränke gab, wurde sehr viel fermentiert. Und das auf der ganzen Welt. Sauer eingelegtes Gemüse ist in Korea genauso bekannt wie in Japan oder Osteuropa.

Bei der Fermentation entsteht eine Milchsäuregärung, die u.a. für weitere leckere Aromen im Gemüse sorgt und unsere Darmflora pflegt. Dabei wird das Gemüse unter Ausschluss von Sauerstoff zusammen mit Salz und Wasser über mehrere Wochen vergoren. Wer keine Salzlake verwenden möchte, der kann das Gemüse auch etwas einstampfen und den eigenen Gemüsesaft verwenden. Das Salz fördert die Milchsäuregärung und die entstehenden Bakterien sorgen für die Haltbarkeit.

Gemüse Fermentieren

Ob ihr dafür nun einen speziellen Topf aus Steingut oder einfach einige Weckgläser verwendet, ist im Prinzip egal. Denn auf die Menge kommt es nicht an. Schneidet die gewünschte Menge an Gemüse wie Möhren, Zucchini, Gurken, Kohl, Kartoffeln klein und entfernt dabei alle faulen Stellen bzw. bei den Kartoffeln auch die Schale. Dann wird alles in ein Bügelglas oder einen anderen verschließbaren Behälter gefüllt. Ihr könnt gern noch Kräuter wie Dill, Petersilie oder auch Knoblauch, Chilis und Zwiebeln dazu geben. Beim Knoblauch seid allerdings sparsam, der zieht wirklich gut durch!!! 🙂 Anschließend wird das Glas mit einer 1-3%igen Salzlake oder eben dem Gemüsesaft aufgefüllt. Wichtig ist, dass weder die Kräuter noch das Gemüse selbst aus der Salzlake herausschauen – dann schimmeln sie leider. Um alles unten zu halten, gibt es spezielle Gewichte, mit denen das Gemüse beschwert werden kann. Oder ihr füllt den Behälter einfach weit genug mit Wasser auf. Alles gut verschließen und in einem kühlen und dunklen Raum auf ein Tablett oder einen tiefen Teller stellen. Denn durch die Milchsäuregärung kann Wasser aus dem Glas herausgedrückt werden, das gibt sonst eine Sauerei im Keller. Ab und zu muss das Glas kontrolliert werden, ob vielleicht doch etwas durch die aufsteigenden Luftbläschen nach oben gedrückt wurde. Dann öffnet ihr das Glas einfach, schöpft diesen Teil ab und füllt mit neuer Salzlake auf. Nach ca. 4-6 Wochen könnt ihr euer Gemüse essen – roh oder gedünstet. Beachtet dabei aber, dass das Gemüse um so saurer wird, um so länger es stehen bleibt.

Der Geschmack ist wirklich einzigartig und sehr lecker. Sehr zu empfehlen ist zum Beispiel auch in Honig eingelegter Knoblauch. Den kann man dann gut zu Weihnachten verschenken 🙂

Wer mehr über fermentiertes Gemüse wissen will, schaut einfach mal bei Olaf Schnelle von http://www.schnelles-gruenzeug.de/ vorbei. Und weitere leckere Rezeptideen findet ihr zum Beispiel bei Wilde Fermente.

Probiert es aus und berichtet mir gern von euren Erfahrungen und Rezeptideen.

Viele Grüße. Eure Daniela

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