Es gibt ja Kinder, die schlafen und es gibt unsere Kinder, die sich mit dem Schlafen eher schwer tun. Unsere Große wird bald 6 und in 5 von 7 Nächten wird sie immer noch wach. Seit einigen Jahren steht sie zumindest alleine auf und kommt wortlos ins Schlafzimmer, kraucht unter meine Decke und schläft weiter. Lange Zeit, also so ungefähr 5 1/2 Jahre hat sich dieses Kind auch geweigert, alleine zu schlafen. Sie findet es unfair, dass Papa und Mama gemeinsam schlafen können und sie alleine in ihrem Zimmer bleiben soll.

Eine Zeit lang hat das auch mal geklappt. Sie ist alleine in ihrem Zimmer eingeschlafen, aber jede Nacht zwischen 2 und 3 ist sie wach geworden und hat nach uns gerufen. Da war sie ungefähr zwei Jahre alt. Mein Mann hat einen sehr tiefen Schlaf, der hört und merkt nichts. Was bedeutete, dass ich jede Nacht aufgestanden bin und das Mäuschen zu uns ins Bett getragen habe. Dort hat sie dann wunderbar geschlafen. Nach ein paar Wochen und Monaten hat dieses Prozedere bei mir allerdings zu massiven Schlafstörungen geführt. Denn ich habe die erste Hälfte der Nacht nur noch im Halbschlaf verbracht, weil das Kind ja sowieso gleich nach mir ruft.

Als auch der beste Concealer nicht mehr geholfen hat und ich einfach nur noch müde war, jenseits von gut und böse, habe ich beschlossen, dass wir was ändern müssen.

sebra Bettwäschesebra Wolkenmobilesebra Babybett

Bei dem kleinen Mann sieht die Sache ganz anders aus: er wird im besten Fall 4 Mal pro Nacht wach und muss überprüfen, ob ich noch da bin. Dann schläft er wieder ein. Meistens. Aber wie gesagt, das ist der beste Fall. Es gibt auch Nächte, da wird er alle 45 Minuten wach. Ein Baby-Schlafrhythmus wie er im Buche steht. Oder er ist 2 Stunden am Stück wach. Oder schläft erst halb 1 ein oder ist kurz nach 5 schon wieder wach.

Von Freunden und Bekannten werden wir oft ungläubig angeschaut, denn deren Kinder schlafen, alleine, die ganze Nacht, seit dem sie 3 Monate alt waren. Aber viele von euch wissen, dass das eher nicht die Regel, sondern die Ausnahme ist.

Wir haben in den letzten fast 6 Jahren jede erdenkliche Schlafsituation und -kombination ausprobiert: Familienbett mit Kind in der Mitte, klappt für mich und das Kind super, aber nicht für den Mann und jetzt auch nicht mehr mit zwei Kindern. Kinderbett bei uns im Schlafzimmer. Das ging auch ganz gut, so bald unsere Tochter alleine rüber tapsen konnte oder nur noch fragte “Mama?” – “Ja” – und ist wieder eingeschlafen. Kind schläft im Kinderzimmer, alleine oder mit einem von uns. Ich muss gestehen, ich habe aus lauter Verzweiflung auch einmal ein Schlaftraining ausprobiert. Aber schon am zweiten Abend wieder abgebrochen. Ich habe es einfach nicht übers Herz gebracht.

Nun haben wir ja zwei Kinder, die beide nicht alleine schlafen wollen. Und das Familienbett stößt da doch langsam an seine Grenzen. Wir könnten noch ein Matratzenlager einrichten, aber das wollen wir eigentlich nicht. Daher probieren wir nun das Kinderschlafzimmer aus.

sebra Schlafzimmersebra Schlafzimmersebra Schlafzimmer

Der Plan ist, dass nicht jedes Kind ein eigenes Zimmer bekommt, in dem es sowieso nicht alleine schlafen möchte. Sondern wir haben ein Spielzimmer für beide und ein Kinder-Schlafzimmer eingerichtet. In der Hoffnung, dass irgendwann beide Kinder dort zusammen schlafen und kuscheln. Und wir dasselbe tun in unserem Schlafzimmer 😉

Der Hintergedanke ist auch noch ein weiterer. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, dann hat mich mein Spielzeug im Kinderzimmer oft vom Schlafen abgelenkt. Entweder weil ich noch spielen wollte oder weil ich mich vor den Schatten gefürchtet habe. Außerdem haben wir gerade im Winter jeden Abend das Zimmer gelüftet und morgens wieder die Heizung angeschmissen. Es war entweder zu warm oder zu kalt.

Für die Schlafqualität stelle ich es mir ganz förderlich vor, wenn es kein Spielzeug und ein gleichmäßig frisches, kühles Klima gibt.

Daher probieren wir nun demnächst diese Variante. Zum Teil funktioniert sie schon für uns, weil wenigstens die Große das Schlafzimmer toll findet und dort auch alleine schläft. Meistens. 🙂

Ach ja, und für diejenigen, die noch auf der Suche nach tollen Holzmöbeln im Bauernstil sind, habe ich hier noch zwei Tipps:

Bauernschrank

Bauernschrank

und hier:

Kleiderschrank

Kleiderschrank

Schlaft gut, eure Daniela!

Also, so halb, zumindest ist das mein Plan. War ich weg? Rein körperlich war ich hier anwesend. Geistig allerdings weniger. Ein bisschen verschollen zwischen Wäschebergen und schlaflosen Nächten.

In den letzten Wochen war es hier sehr ruhig, sowohl auf dem Blog als auch bei Facebook. Anfang Juli war ich an einem Punkt, wo ich dringend eine Pause und Urlaub brauchte. Und ich wollte mir eine “kurze” Auszeit nehmen. Daraus sind jetzt fast zwei Monate geworden. Das erste halbe Jahr habe ich hier nur durch gepowert. Wir haben den Dachboden renovieren lassen, dafür musste er natürlich leer sein. Dann haben wir den ganzen Keller aufgeräumt. Und ich meine den ganzen! Jeden Raum, jeden Karton, jedes Regal. Alles angefasst und auf verschiedene Stapel sortiert: kann weg, kann man noch auf Ebay Kleinanzeigen verkaufen, behalten wir. Das Büro von meinem Mann ist dann vom Keller in den Dachboden gezogen. Schließlich hatten wir den halben Keller leer geräumt, so dass das Lager in den Keller einziehen konnte. Bisher hatte ich einen Lagerraum hier ganz in der Nähe gemietet. Aber wenn der Zwerg schläft, kann man auch nicht für 100 Meter das Haus verlassen. Dementsprechend standen manche Kartons mit neuer Ware manchmal zwei Wochen, bevor ich zum Auspacken gekommen bin. Mal ganz davon abgesehen, dass der Kleine inzwischen so mobil und neugierig ist, dass ich ihn nicht eine Sekunde aus den Augen lassen kann. Das Problem ist aber: wenn man “nur” über 100 Meter umzieht, mietet man sich ja nicht extra einen Transporter. Das kann man ja auch so machen, mal nebenbei. Das “nebenbei” hat sich dann auch über 6 Wochen hingezogen. Wobei die Sache mit der Qualle da echt nicht hilfreich war und mich ziemlich aus dem Zeitplan geworfen hat. Die Nachmieter standen aber schon in den Startlöchern. Ohne meine Eltern hätte ich das nie geschafft.

Außerdem wollte ich ja unbedingt noch auf zwei Kunsthandwerkermärkten ausstellen, der Park&Garden in Stocksee und auf Gut Basthorst. Passte ja auch zum Umzug. Wenn ich sowieso schon alles transportieren muss, dann kann ich es ja zwischendurch auch nochmal auf einem Markt auspacken. In der Hoffnung, dass ich entsprechend weniger zurück tragen muss, weil es verkauft ist.

Cats On Appletrees

Und dann neige ich ja dazu, das Maximum aus meinem Leben herausholen zu wollen. Das heißt, ich habe vor zwei Jahren “nebenbei” (ja, ja, ich weiß,…) eine Ausbildung zum Tierphysiotherapeuten angefangen. Die Prüfung war dann Anfang Juli und dafür durfte ich nochmal eben alle Knochen, Muskeln, Sehnen, Bänder, Therapiemethoden usw. usf. von Hunden und von Pferden auswendig lernen (die sind natürlich auch nicht gleich). Ich wollte schon immer mit Tieren arbeiten und was liegt da näher als die Elternzeit für so ein Projekt zu nutzen?! Jeden anderen würde ich für so viel Naivität milde belächeln…

Naja, letztlich funktioniert die Sache mit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auch mit einer Selbstständigkeit nicht besonders gut. Ich höre mich noch: ich kann meine Arbeitszeit ja frei einteilen. Ja, ja, das ist in der Theorie zwar richtig. Aber wenn man drei Mal, ach was fünf Mal am Tag Spielzeug irgendwo einsammelt; ein Kleinkind hat, das permanent versucht, irgendwelche Dinge zu verschlucken; ein großes Kind, das Ferien hat; einen Mann, einen Hund und ein Haus mit Garten – dann bleibt keine Zeit mehr, die ich mir frei einteilen kann. Wenn mir dann jemand – und meistens sind das auch meine Eltern – ein bisschen Freizeit verschafft, dann gehe ich mal alleine duschen. Ohne beide Ohren ständig Richtung Kinderzimmer zu spitzen, ob das Kind schon wieder wach ist.

So kam es also, dass bei mir ein bisschen die Luft raus war und ich beschlossen habe, dass ich den Sommer, meine Elternzeit und meine Familie jetzt mal genießen möchte. Ich möchte einfach eine schöne Zeit haben, der Garten bleibt Garten und der Haushalt bleibt Haushalt. Stattdessen fahren wir einfach mal an den Strand oder ins Schwimmbad oder besuchen Freunde. Fertig. Reicht.

Der Sommer (welcher Sommer?!) neigt sich nun langsam dem Ende, meine Elternzeit auch und gedanklich stecke ich schon mitten in der Planung für die Herbst- und Weihnachtszeit. Dementsprechend geht es hier nun auch wieder los. Ein bisschen. Hoffentlich. 🙂

Eigentlich sollte es der super entspannende Familienurlaub werden, die lang ersehnte Auszeit, endlich mal raus, sich verwöhnen lassen und die Füße hochlegen. So hatten wir unseren Urlaub auf Ibiza zumindest geplant. Und im Anschluss wollte ich euch einen Post über das Reisen mit kleinen Kindern schreiben und wie es ist, das erste Mal mit zwei Kindern zu fliegen. Stattdessen kann ich euch nun eher was über Feuerquallen, erste Hilfe und spanische Quacksalber erzählen.

Aber der Reihe nach…

Vor drei Wochen startete also unsere Traumreise in den Süden. Ich habe schon Wochen vorher To-Do-Listen geschrieben, Wäsche, Schuhe, Gummibärchen für den Flug, Sonnencreme usw. gekauft und alles fein säuberlich im Schlafzimmer gestapelt. Früher habe ich meine Mutter mit ihren tausend Listen etwas belächelt, aber wenn man plötzlich für vier Leute packen muss und das nicht erst am letzten Tag tun will, macht es durchaus schon Sinn. Und zum Schluss war trotzdem noch genug zu tun. Den Koffer habe ich noch zwei Mal umgepackt, damit auch alles reinpasst.

Das Reiseziel hatten wir unter anderem wegen der entspannten Flugzeiten mit knapp drei Stunden um kurz nach 10 gebucht. Ich hatte keine Lust, früh um 5 zu einem Flieger zu hetzen und zwei müde Kinder aus den Betten zu zerren. Unsere Große war mächtig aufgeregt und auch ein bisschen ängstlich. Abgesehen vom üblichen Stau auf allen Routen war die Anreise dann auch wirklich entspannt. Schnell die Koffer abgeben, durch die Sicherheitskontrolle und dann den Flughafen ein bisschen erkunden und Flugzeuge gucken.

Im Flieger durfte die Große natürlich am Fenster sitzen und hat sich während des Starts an meiner Hand festgeklammert. Unser Kleiner, mittlerweile schon 7 Monate alt, wurde mit einem extra Gurt an meinem Gurt auf meinem Schoß festgeschnallt. Um den Druckausgleich für ihn leichter zu machen, habe ich versucht ihn bei Start und Landung zu stillen. Ob es ihm was gebracht hat, weiß ich nicht, aber geweint hat er auch nicht und danach ist er gleich eingeschlafen.

Ibiza 2017

Zum ersten Mal haben wir einen richtigen Club-Urlaub gebucht, im Tui Magic Life, mit All-inclusive. Vorher hatte ich tausend Ideen, was ich alles von der Insel sehen wollte. Vielleicht ein Auto mieten, auf jeden Fall mal nach Ibiza-Stadt (Eivissa), zum Hippiemarkt, eine Wanderung über die Insel und eine Bootstour – von diesen Plänen habe ich mich ziemlich schnell verabschieden müssen. Zum einen weil es viel wärmer war als ursprünglich gedacht und wir auf gar keinen Fall in irgendeinem stickigen Auto oder Bus sitzen wollten. Und zum anderen weil die Große sowieso lieber im Pool schwimmen, tauchen und spielen wollte – jeden Tag, stundenlang. Für den Kleinen haben die Eindrücke auch so völlig ausgereicht und die ersten Tage war er etwas reizüberflutet. Da hat sich der Club-Charakter auf jeden Fall bewährt: jeder konnte essen, trinken und schlafen, wann er wollte. Hätten wir das alles selbst organisieren müssen, wäre es irgendwie anstrengender geworden.

Ibiza 2017

Zumindest wollte ich aber wenigstens ein Mal im Meer baden, auch wenn es noch ziemlich kalt war. Es kann ja nicht sein, dass wir ans Mittelmeer fliegen und dann nur im beheizten Pool schwimmen!?! Ich also ab zum Strand und rein ins Wasser, ganz langsam, weil wirklich kalt. Irgendwann hab ich mich dann reingestürzt und bin gefühlte 3 Meter weit geschwommen, als mir irgendwas im Wasser den Arm verbrannt hat. Auch wenn ich nichts gesehen habe, wusste ich sofort, dass es eine Feuerqualle war. In dem Moment gehen einem bruchstückhaft irgendwelche Berichte über anaphylaktische Schocks und ertrinkende Menschen durch den Kopf. Ich habe also nicht weiter überlegt oder geguckt, ich wollte nur noch an Land, so schnell wie möglich! Dabei möglichst nicht in Panik verfallen. Schnell die Sachen wieder einsammeln und dann bin ich zu den Rettungsschwimmern im Hotel. Mein Gedanke war, dass die sich auskennen und wissen, was zu tun ist. Leider war dem nicht so…

Ibiza 2017

Die Begegnung mit einer Feuerqualle fühlt sich so an als würde man sich ein heißes Bügeleisen eine halbe Stunde auf den Arm drücken. Und die haben mir erst einmal in Allerseelenruhe ein paar Eiswürfel geholt und meinen Arm gekühlt. Später habe ich dann ein bisschen im Internet recherchiert: das Problem bei Feuerquallen ist, dass nicht alle Nesseln mit dem Gift auf einmal platzen, sondern auf der Haut kleben bleiben. Bei Kontakt mit Süßwasser (ich sage nur, Eiswürfel…) platzen sie sofort und geben auch noch das restliche Gift ab. Großartig… Ab dem Zeitpunkt tat es auch richtig weh und wenn meine Große nicht mit besorgtem Gesichtsausdruck neben mir gestanden hätte, hätte ich mich wahrscheinlich heulend auf dem Fußboden zusammen gerollt.

(Wie genau man die Nesseln von der Haut bekommt, ist nicht ganz klar. Manche schwören auf Essig (in Kombination mit Brandwunden möchte ich das ehrlich gesagt nicht ausprobieren). Andere sagen, man soll Rasierschaum oder wenigstens Sand auf die Stelle machen, eintrocknen lassen und dann das Ganze vorsichtig abkratzen.)

Nachdem die Lifeguards mit mir fertig waren, bin ich zum Hotelarzt. Der hat sich dann meinen Arm angeschaut, mit Jod desinfiziert und mir zwei Spritzen reingejagt. Auch wenn es einige sprachliche Barrieren gab, hatte ich doch immer noch die Hoffnung, dass sie wussten, was sie tun.

Am nächsten Tag waren die Schmerzen auch tatsächlich schon fast weg, nur der Arm sah aus wie nach einem Autounfall, ganz rot und blau und dick geschwollen. Der Arzt hat mich trotzdem noch zwei Mal täglich zu sich in die Praxis bestellt und da dämmerte mir langsam, dass er mal schnell seine Kasse aufbessern wollte. Aber so lange es half, wollte ich mich auch nicht beschweren. Irgendwann kam der Zeitpunkt der Abrechnung und da bin ich fast vom Stuhl gefallen: für zwei Mal desinfizieren und ein paar Spritzen sollte ich sage und schreibe 680 Euro bezahlen. Sechshundertachtzig!!! Zum Glück hatten wir eine Auslandskrankenversicherung und die hat uns vorab eine Kreditkarte geschickt. Erst habe ich mich gewundert und dachte, die wollen uns nun auch noch irgendeine Karte aufschwatzen. Aber im Schadensfall meldet man sich bei der Versicherung und die lädt binnen 30 Minuten Geld auf die Karte. Dann kann man damit bezahlen. Das fand ich echt super cool, einfach, unbürokratisch, schnell.

Also zücke ich bei der Anrechnung beim Arzt diese Karte. Sofort fing er an, dass er leider keine Kreditkarten akzeptieren könne, weil die Abrechnung immer so lange dauere und er bräuchte Bargeld. Er könne mir aber zeigen, wo ein Geldautomat wäre und dann könnte ich das Geld gleich holen. Meine Einwände, dass ich mit so einer Karte sicherlich kein Bargeld bekommen würde, wurden gleich vom Tisch gewischt. Und ich dachte mir schließlich, probieren kann ich es ja mal. Wir also raus aus der Praxis, vor der noch Leute gewartet haben. Auf einmal standen wir vor seinem Auto! Erst da hab ich begriffen, dass der Automat im nächsten Ort ist. Trotz einiger Bauchschmerzen bin ich eingestiegen. Eigentlich hätte ich die Aktion an dieser Stelle abbrechen müssen, habe mich aber überreden lassen…

Am Geldautomaten gab es natürlich kein Bargeld von der Auslandskrankenversicherung. Logisch.

Zurück in der Praxis hat er dann noch verschiedene Onlineabbuchungen ausprobiert, aber auch das ging nicht. Letztlich hat die ganze Aktion länger gedauert als die Behandlungen an allen Tagen zusammen. Und spätestens jetzt war klar, dass er ein Halsabschneider war. Später habe ich dann noch einmal bei der Versicherung angerufen, dann wurde die Bargeldabhebung aktiviert und wir konnten das Geld tatsächlich in bar abheben.

Für mich stand fest, dass ich auf jeden Fall noch einmal zu einem deutschen Arzt gehen werde. Zumal mein Arm inzwischen ziemlich entzündet aussah.

Dummerweise sind wir an einem Freitagnachmittag wieder gelandet, so dass mir nur übrig blieb, in die Notaufnahme zu fahren. Ich hatte noch überlegt, ob ich wirklich wegen so einer “Kleinigkeit” ins Krankenhaus fahren muss, aber letztlich wollte ich auch nicht bis Montag warten. Da es an einem Freitagabend in der Notaufnahme auch etwas länger dauern kann, musste der Kleine auch noch mit. Mein Plan war aber, schnell rein, mir ein Antibiotikum holen und wieder nach Hause. Weit gefehlt…

Bei der Anmeldung konnte ein Arzt einen Blick auf meinen Arm werfen und der schaute ziemlich erschrocken und sagte so Sätze wie, er bräuchte noch die Kollegen aus der plastischen Chirurgie. WAS?! Wieso?

Ich wurde als Notfall sofort wieder aufgerufen aus dem vollen Wartezimmer und war als erste dran. Irgendwie besorgniserregend. Plötzlich schauten zwei Ärzte und mehrere Schwestern stirnrunzelnd auf meinen Arm. Inzwischen weiß ich, dass Feuerquallen Verbrennungen 2. bis 3. Grades verursachen können. Und geschieht das großflächig kommt der Körper alleine nicht dagegen an. Das verbrannte Gewebe muss entfernt werden. Sonst entzündet sich alles und führt irgendwann zu einer Blutvergiftung.

Dann ging alles Schlag auf Schlag. Ich soll mir Sachen bringen lassen, Tetanusspritze, Desinfektion, Blutabnehmen, OP in den nächsten 12 Stunden. Ich werde dazwischen geschoben. Die Ärzte und Schwestern waren alle sehr nett und ich bekam für den Kleinen und mich ein Doppelzimmer. Ich konnte ihn ja nicht von jetzt auf gleich abstillen und so durfte er mit mir im Krankenhaus bleiben. Bei der OP wurde die Wunde dann ordentlich gesäubert, Haut aus dem Oberschenkel entnommen und auf meinen Arm verpflanzt. Da ich ja noch stillen wollte, durfte und wollte ich keine Vollnarkose und habe mich während der ganzen Prozedur sehr nett mit der Anästhesistin unterhalten. Muss man auch nicht haben. Sie hat sich unglaublich viel Mühe gegeben, dass unser Gesprächsfaden nicht abriss. Ich fürchte aber, ich war nicht der beste Gesprächspartner. Und allen anderen Ärzten und Pflegern im Krankenhaus bin ich auch sehr dankbar, die waren so nett, hilfsbereit und verständnisvoll!

Eigentlich hätte ich nach der OP noch 6 Tage im Krankenhaus bleiben müssen. Aufgrund der besonderen Situation mit dem Baby durfte ich am 2. Tag gehen. Jetzt darf ich nur ein Jahr lang so einen Sexy Kompressionshandschuh tragen und sehe ein bisschen aus als hätte ich eine Prothese.

Und nun habe ich ein tolles Andenken an diesen Urlaub, auf das ich gern verzichtet hätte. Trotzdem war es schön und erholsam. Irgendwie anders als ich mir das vorgestellt hatte, aber wir hatten unseren Spaß auf Ibiza und haben die Zeit sehr genossen. Aber nächsten Jahr fahren wir nach Schweden. Sicherheitshalber…

Gestern war Equal-Care-Day, also der Tag der gleichberechtigten Pflege und Familienarbeit. Genau genommen fällt der Equal-Care-Day auf den 29. Februar und findet damit nur alle 4 Jahre statt, wenn wir ein Schaltjahr haben. Damit soll symbolisiert werden, dass sich in der Theorie Mütter und Väter zwar gleichberechtigt um die Kinder und den Haushalt kümmern, in der Realität sieht es aber so aus, dass die Mütter 4x mehr leisten als die Väter – rein statistisch, ohne Wertung der Hintergründe.

In einer Studie in den USA wurde untersucht, welchen Einfluss ein Kind auf das Schlafverhalten von Männern und Frauen hat, wenn sie Eltern werden. Für die frisch gebackenen Mütter ist das alte Leben vorbei, sie bleiben meist die ersten Monate oder Jahre in Elternzeit und gehen danach oftmals nur noch in Teilzeit arbeiten. Aus wilden Parties, Sonntagen in Cafés oder Fitnessstudios werden Krabbelgruppen, PEKIP und Babyschwimmen. Und durchgeschlafene Nächte gehören von nun an der Vergangenheit hat. Konkret fühlen sich laut der Studie Frauen unter 45 Jahren, die mit Kindern in einem Haushalt leben, an 14 Tagen im Monat sehr müde. Und ich vermute mal an den anderen 16 bis 17 Tagen nur normal müde. Jede zweite dieser Frauen schläft regelmäßig weniger als 7 Stunden und die auch nicht am Stück.

Und dann schaut diese Studie darauf, was sich bei den frisch gebackenen Vätern geändert hat. Erst einmal wenig bis nichts. Am deutlichsten wird dieser Unterschied zwischen Müttern und Vätern beim Schlafverhalten. “Wir haben bei Männern dieselben Daten erhoben und analysiert wie bei den Frauen –  es ließen sich keinerlei Auswirkungen der Kinder auf das Schlafverhalten der Väter feststellen.”, so die Studienleiterin Kelly Sullivan von der Georgia Southern University in Statesboro. Meistens sind es die Mütter, die nachts aufstehen und sich um das Kind kümmern. Am Anfang weil sie stillen, ja sowieso den ganzen Tag zu Hause sind und sich ausruhen können (*Ironie off*), während die Väter arbeiten gehen müssen. Später ist es eine Mischung aus Gewohnheit und der Tatsache, dass Väter ihre Kinder nicht so gut hören können wie Mütter. Das ist wirklich so. Eine andere Studie hat festgestellt, dass Mütter ihre Kinder viel eher hören können, auch im Tiefschlaf, als Väter. Da wird das Geräusch noch eine Weile länger vom Gehirn herausgefiltert und ignoriert.

Zum Glück ist Deutschland nicht die USA und rein gefühlt würde ich behaupten, dass sich unsere Männer schon mehr um ihren Nachwuchs kümmern als in der Studie beschrieben. Bei uns zu Hause haben wir uns die Wachphasen der Kinder gut eingeteilt. Ich bin eine Eule und gern ein Langschläfer, ich kann also gern bis in die Nacht wach bleiben, brauche dafür aber früh mehr Zeit im Bett. Mein Freund ist ein Frühaufsteher, er übernimmt dann die Kinder ab 6 Uhr und gibt mir dann meinen Kaffee intravenös.

Trotzdem besteht auch bei uns noch mehr Bedarf für Gleichberechtigung in der Care-Arbeit – wie es so schön auf neudeutsch heißt. Vielleicht kann der eine oder andere Vater ja von sich aus auch mal freiwillig nachts aufstehen oder seine Frau am Wochenende zur Massage schicken und derweil die Kinder hüten. Mann muss ja nicht immer warten, bis man darum gebeten wird. *WinkmitdemZaun* 🙂

Dieser Tag heute ist wie die letzten Tage auch: abends bin ich unzufrieden und gefrustet, weil ich nichts geschafft habe. Nichts von dem, was ich mir vorgenommen hatte. Schon wieder ist ein Tag vorbei und ich habe nicht meine Steuerunterlagen weiter bearbeitet, ich habe keine Artikel fotografiert und schon gar nicht in den Onlineshop eingepflegt. Außerdem habe ich immer noch nicht staubgesaugt und keine Blumen gegossen. Die Wintermütze für meine Tochter, bei der ich nur noch den Rand umnähen muss, liegt auch immer noch unangetastet neben der Nähmaschine. Bald ist der Winter vorbei und die Blumen sind verdurstet – dann kann ich die Punkte wenigstens streichen. Das Finanzamt wird allerdings nicht weggehen. Leider.

Und dabei weiß ich doch, dass ich mich auf die Dinge konzentrieren sollte, die ich geschafft habe. Ich habe zwei halb kranke Kinder versorgt, gepflegt und getröstet, erzählt und zugehört, Taschentücher geholt und überall wieder eingesammelt. Ich habe mich um unser vier Monate altes Baby den ganzen Tag non-stop gekümmert, gewickelt, gestillt, in den Schlaf gewogen und mehrfach umgezogen. Außerdem habe ich drei Mahlzeiten auf den Tisch gestellt und nach zwei Tagen auch die Wäsche in der Waschmaschine wieder gefunden und in den Trockner getan. Außerdem war ich für meine Eltern einkaufen, die auch die Grippe dahin gerafft hat und ich war sogar beim Sport. Also alles n allem habe ich doch eine ganze Menge geschafft, oder? Warum habe ich dann aber das Gefühl, nichts Sinnvolles getan zu haben?! Eigentlich ist es doch genau umgekehrt: die Zeit mit meinen Kindern zu verbringen ist das wichtigste ToDo und alles andere sollte warten können. Manchmal muss ich mir das wieder vor Augen führen, um es zu verstehen.

In diesem Sinne: mal sehen, was ich morgen alles nicht schaffe 🙂

Heute muss ich mal was los werden. Ich bin jemand, der wirklich mit sehr wenig Schlaf relativ lange und einigermaßen gut über die Runden kommt. Wenn ich den Akku zwischendurch mal wieder aufladen kann, reichen mir im Ernstfall 4 Stunden (gern am Stück) und das auch über einige Wochen hinweg.

Nun ist unser Baby fast vier Monate alt und gehört leider immer noch nicht zu der Sorte, die mal 3 oder 4 Stunden durchschlafen, sondern möchte gern alle 90 Minuten gestillt werden, Tag wie Nacht. Inzwischen habe ich die Hoffnung auch aufgegeben, dass sich das noch ändert so lange er gestillt wird. Aber das ist ok, ich beklage mich nicht. Ich kann das.

Meine letzte Nacht sah allerdings so aus: mein Mann war nicht da und ich habe mit dem großen und in dem kleinen Kind in einem Bett geschlafen. Von den 6 1/2 Stunden, die ich im Bett lag, habe ich 4 Mal den Kleinen gestillt, war um 2 mit der Großen auf Toilette, danach war sie noch zwei Mal wach. Um 4 hat der Hund gebellt, weil unsere Nachbarn nach Hause kamen. Um 6 musste ich aufstehen. Nach so einer Nacht bin auch ich im A…

Nach so einer Nacht kommt regelmäßig jemand und erzählt mir, wie schlecht er, selten sie geschlafen hat und möchte mein Mitleid. Es tut mir leid, aber dafür habe ich absolut kein Verständnis und Mitleid!

Also bitte, bitte, liebe Freunde, Nachbarn, Familien, hört auf MIR die Ohren voll zu jammern, wenn IHR mal, MAL!, schlecht geschlafen habt. Es interessiert mich nicht! Denn ich würde mal behaupten, keiner von euch schläft so schlecht wie ich. Keiner.

Sorry. Musste ich mal loswerden.