Meine Tochter war schon immer sehr freiheitsliebend. So lange es nicht darum geht, sich am Morgen zügig selbst anzuziehen, damit wir pünktlich in den Kindergarten kommen, möchte sie alles alleine machen. Alleine nach Hause gehen oder zu Oma und Opa, alleine mit dem Fahrrad ein Stück fahren usw. Ich kann mich noch gut an eine bestimmte Situation vergessen. Sie war fast 3 Jahre alt (aber noch 2!) und wir waren mit dem Womo in Schweden im Urlaub. An einem schönen Herbstabend haben wir eine verlassene Burgruine gefunden und dort gerastet. Nach einer kleinen Erkundungstour wollte sie partout alleine zurück zum Auto laufen, durch die fast dunkle und menschenleere Burg, über eine Wiese und durch einen Wald. Ich sollte auf der anderen Seite der Burg warten bis sie mir ein Zeichen gibt, dass ich loslaufen darf. Das ist mir natürlich sehr schwer gefallen, zumal ich sie in der Burg überhaupt nicht sehen konnte. Auf der anderen Seite war ich total fasziniert von ihrem Mut und ihrer Selbstständigkeit. Seit dem gab es noch viele dieser Situationen, kleine und große. So bald sie sprechen konnte, haben wir ihr ihren Namen und ihre Adresse eingetrichtert und was sie tun soll, wenn sie irgendwo verloren geht. So bekomme ich in Einkaufszentren jedes Mal zu hören: “Mama, das ist doch nicht schlimm, wenn ich mich verlaufe. Dann gehe ich zu einem Erwachsenen und bitte um Hilfe.” Solche Aussagen beruhigen mich zwar ein wenig, aber es gibt ja auch Menschen mit bösen Absichten. Vor denen möchte ich sie natürlich auch beschützen, ohne ihr ein übermäßiges Misstrauen gegen alle Fremden zu vermitteln

Um so größer sie wird (jetzt ist sie 4), um so mehr Freiheiten und Alleingänge möchte sie unternehmen. Natürlich wird sie auch immer selbstständiger, kann Situationen, Menschen und Straßen besser einschätzen. Trotzdem würde ich mich wohler fühlen, wenn ich ein bisschen mehr Kontrolle über sie hätte. Mit der modernen Technik ist das eigentlich kein Problem mehr, GPS Tracker für Kinder gibt es inzwischen in allen Größen und Farben.

gps

Die Frage, die ich mir stelle, ist, ob ich das darf?! Mehr Sicherheit und ein Notrufknopf sprechen dafür. Wenn sie sich mal verläuft, kann sie mich kontaktieren und ich kann sie auf einer Karte orten. Aber ständige Kontrolle und Überwachung vermitteln ihr auch das Gefühl, dass ich ihr nicht vertraue. Vielleicht führt es auch dazu, dass sie mir nicht mehr Bescheid sagt, wo sie hingeht, weil ich es ja selbst sehen kann. Das würde ich auch nicht wollen. Oder sie wird zu waghalsig und übermütig, weil sie weiß, dass ich sie ja überall finden und zur Not abholen kann. Ich bin also hin- und hergerissen…

Habt ihr schon Erfahrungen mit den Geräten selbst und was halten eure Kinder davon? Nutzt ihr das Gerät täglich oder nur bspw. im Urlaub? Ich freue mich auf eure Erfahrungsberichte.

Eure Daniela

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1 Antwort
  1. Karin
    Karin sagte:

    Hallo, das ist eine ganz schwierige Frage…. Meine Söhne sind inzwischen (fast) erwachsen und so stellt sich die Frage kaum noch, ABER mein jüngere Sohn hatte mit 15 einen schlimmen Fahrradunfall in einer Kleingärten-Anlage und zum Glück waren Menschen dort, die sich gekümmert haben und er konnte mich noch anrufen. Aber seitdem habe ich Angst, wenn er abends alleine mit dem Fahrrad unterwegs ist. Die Lösung für uns ist glympse. Eine app, mit der er mir erlaubt für einen bestimmten Zeitraum zu sehen wo er sich bewegt. Das beruhigt mich und er bestimmt selbst wann und wie lange ich ihn sehe. Sicher eher für große Kinder. Aber da eine gute Idee, finde ich.
    Liebe Grüße karin

    Antworten

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